Was Cameron Moll in seinem neuesten Artikel schreibt, ist mir – wie könnte man das sagen? – suspekt. Kurz umrissen will er wieder wie in den guten alten Millenium-Zeiten HTML 4 verwenden und statt relativen Schriftangaben absolute verwenden. Eine sinnvolle Rückbesinnung auf die Wurzeln des Webs oder nur Faulheit?
Die Argumente gegen das verwenden von XHTML und HTML 5 mögen aus der ein oder anderen Perspektive durchaus stimmig sein doch kann es nicht im Sinne der Weiterentwicklung des Webs sein einfach auf alte Technologien zu setzen. Was bei technischen Geräten ja durchaus seinen Charme hat (Plattenspieler statt 5.1 Sourround, Analogknipse statt 15MP DSLR), gerät bei Webseiten auf eine völlig schiefe Bahn. Wer will Webseiten, wie es sie vor 8-9 Jahren gab, wiederhaben?
Sicherlich mag man der Nutzung von HTML5 kritisch gegenüber stehen können doch XHTML ist HTML 4 schon überlegen. Allein schon die Ausrichtung auf semantische Aspekte zeigt doch in die richtige Richtung. HTML 4 zeigt den Weg zum Millenium Bug, zu Flashoverkill, zu Blinke-Gifs und allerlei hässlichen Kram während XHTML Richtung Web 3.0 und echter Semantik im Internet weist.
Cameron Molls zweite These, dass px als Standard für Schriftgrößen wieder salonfähig wäre ist auch nicht viel haltbarer. Er argumentiert mit der Zoomfunktion aktueller Browser welche das komplette Layout und nicht nur den Text nah heranholt. Bis auf Opera verwenden die Browser diese Funktion aber erst sei Kurzem; ein großer Teil der User bliebe also auf dem Pixel sitzen. Was der IE6 mit px macht – nämlich gar nichts – bleibt da schon außen vor.
Also Finger weg von diesen Tipps, wissen zu HTML5 sammeln (z.b. bei Codecandies oder Peter Kröner) und nach vorne blicken.
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